Gesundheitsdienstleister

Die Gesundheitsdienstleister sind vor allem in der Phase 1a der Impfkampagne geimpft worden, also in den Monaten Januar und Februar 2021. Geimpft wurden die Ärzte, das Personal der Krankenhäuser und der Wohn- und Pflegezentren, selbständige Krankenpfleger und weitere Gesundheitsberufe. Hinzu kamen Familienhelfer, Ehrenamtliche in Wohn- und Pflegezentren, Betreuende in Tagestätten mit beeinträchtigten Personen sowie Ehrenamtliche von Stundenblume, Josephine-Koch-Service, Krebshilfe und Rotes Kreuz mit Patientenkontakt. Die Impfung erfolgte in den beiden Krankenhäusern Eupen und St. Vith.

Ein weiterer Teil der Gesundheitsdienstleister wird zu Beginn der Phase 1b in den beiden Impfzentren geimpft. Entsprechende Einladungen werden über das landesweite Einladungssystem verschickt und die Terminabsprachen erfolgen ebenfalls über dieses System. Die Impfung der Gesundheitsdienstleister ist abgeschlossen.

Spezifische Berufe

Die Impfstrategie sieht vor, dass nach den Gesundheitsdienstleistern in der Phase 1b der Impfkampagne auch spezifische Berufsgruppen geimpft werden. Als einzige Berufsgruppe wurden bisher die Polizisten im Einsatz für eine Impfung in dieser Phase vorgesehen. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird diese relativ begrenzte Personengruppe im Rahmen eines Testlaufs der Impfzentren Mitte März 2021 geimpft.

Weitere Berufsgruppen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. Alle anderen erhalten also nach der vorgegebenen Reihenfolge gemäß den festgelegten Prioritäten ihre Impfeinladung.

Menschen mit Risikoerkrankungen

Die Impfstrategie sieht vor, dass in der Phase 1b auch Menschen mit besonderen Vorerkrankungen geimpft werden, da ihr Risiko, an COVID-19 zu erkranken bzw. einen schweren Krankheitsverlauf durchzumachen, höher ist als bei Gesunden der gleichen Altersgruppe.

Wer gilt als Risikopatient?

Zu dieser Gruppe gehören:

Menschen zwischen 45 und 64 Jahren mit Risikofaktoren wie:

  • Chronische Atemwegserkrankung
  • Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Obesitas (Body Mass Index ≥ 30)
  • Diabetes Mellitus Typ 1 & 2
  • Demenz
  • Bösartiges Neoplasma
  • Bluthochdruck

Menschen zwischen 18 und 64 Jahren mit Risikofaktoren wie:

  • Hämatologische Krebsarten
  • Chronisches Nierenleiden
  • Chronische Niereninsuffizienz – Dialysepatient
  • Chronische Lebererkrankung
  • Down-Syndrom
  • Patienten, die auf eine Organtransplantation warten
  • Immungeschwächte Patienten (nicht HIV)
  • Immunschwächesyndrom (AIDS-HIV)
  • Seltene Krankheiten

Wann werden Sie eingeladen?

Den geltenden Prioritäten nach werden auch Menschen mit Risikofaktoren dem Alter nach zur Corona-Schutzimpfung eingeladen – von 64 Jahren an absteigend. Dies liegt daran, dass nach allen wissenschaftlichen Studien das Alter eindeutig als der höchste Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit eingestuft wird.

Da der Fortschritt der Impfungen im Wesentlichen von der Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängt, können wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt kein genaues Datum nennen.

Wie werden Risikopatienten erfasst?

Die belgischen Krankenkassen verfügen aufgrund ihrer Rolle in unserem Gesundheitssystem über ausreichend Informationen, um mitteilen zu können, ob jemand als Risikopatient gilt.

Unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen haben die Krankenkassen diese Information in das landesweite Einladungssystem eingespeist. Wohlgemerkt, es wurde nur eingespeist, dass jemand Risikopatient ist, keine Details und keine weiterreichenden Gesundheitsdaten.

Zusätzlich hat jeder Hausarzt die Möglichkeit, auf der Grundlage seiner Erkenntnisse in das landesweite Einladungssystem einzuspeisen, ob sein Patient als Risikopatient gilt. Die medizinischen Indikatoren hierfür sind landeseinheitlich und verbindlich geregelt.

Zusätzliche Impfdosis für immungeschwächte Personen

In Belgien wurde beschlossen, die besonders gefährdeten Patienten zu einer zusätzlichen Impfung einzuladen, um ihren Schutz gegen COVID-19 zu optimieren.

Wer ist betroffen?

Personen ab 12 Jahren, die aufgrund einer bestimmten Krankheit oder Behandlung eine verminderte Immunität aufweisen, sodass ihre Reaktion auf die Impfung weniger stark ist und eine „zusätzliche“ Dosis erforderlich ist, um einen maximalen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf, einem Krankenhausaufenthalt oder sogar dem Tod durch COVID-19 zu erreichen. Jüngste wissenschaftliche Daten zeigen, dass bei diesen immungeschwächten Patienten die Verabreichung einer zusätzlichen Dosis eines mRNA-Impfstoffs (derzeit Pfizer oder Moderna) die Immunantwort verbessern kann.

Dabei handelt es sich um Patienten mit:

  • angeborenen Immunstörungen
  • chronischer Nierendialyse
  • Entzündungskrankheiten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden
  • Blutkrebs oder anderen bösartigen Tumoren, die aktiv behandelt werden oder in den letzten 3 Jahren behandelt wurden
  • Patienten vor der Transplantation, Stammzellentransplantierte und Organtransplantierte
  • HIV-Patienten mit einer CD4-Zellzahl unter 200 pro mm³ Blut

Wann werden Sie eingeladen?

Ab Mitte September wird mit der Auswahl der Patienten mit verminderter Immunität und der Einladung zu einer „zusätzlichen“ Impfdosis begonnen. Die Personen erhalten von alt nach jung die Einladungen.  

Wie werden die Listen dieser Hochrisikopatienten erstellt?

Um die Listen dieser Patientengruppe zu erstellen, werden Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt:

  • Krebsregister
  • Versicherungsträger (Krankenkassen)
  • Allgemeinmediziner

Wenn Sie einen regulären Hausarzt haben, der Ihre globale Patientenakte (GMD) führt, müssen Sie nichts unternehmen. Sie können einfach auf Ihre Einladung warten.

Wo findet die Impfung statt?

Die zusätzliche Impfung, die ab Mitte September stattfinden wird, wird größtenteils in den zu diesem Zeitpunkt noch verfügbaren Impfzentren durchgeführt werden.

Weitere Infos erhalten Sie im Downloadbereich.

Impfung zu Hause

Manche Mitbürger sind weniger mobil und überlegen, wie sie zum Impfzentrum kommen.

Wenn nicht ausreichend öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, Sie kein Auto haben oder nicht mehr selbst fahren können, so nehmen Sie bitte die Hilfe von Kindern, Enkeln, Nachbarn oder Bekannten in Anspruch. Sie können auch ehrenamtliche Dienste wie den Josephine-Koch-Service oder die Stundenblume kontaktieren.

„Impfung zu Hause“ bei gravierenden medizinischen Gründen möglich

Wenn Sie sich aus medizinischen Gründen nicht zum Impfzentrum begeben können, dann können Sie sich zu Hause durch den Hausarzt impfen lassen.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Weg zum Impfzentrum beispielsweise wegen gravierender körperlicher Handicaps oder aus schwerwiegenden psychiatrischen Gründen nicht möglich ist und dass Sie schon zu einer Impfung eingeladen wurden. Die Entscheidung, ob Sie zu Hause geimpft werden, trifft der Hausarzt.

Wenn Sie die Möglichkeit der Impfung zu Hause nutzen möchten, kontaktieren Sie bitte Ihren Hausarzt und halten Sie hierzu unbedingt Ihre Impfeinladung mit dem persönlichen Impf-Code bereit.

Der Hausarzt bewertet die Notwendigkeit, führt das Aufklärungsgespräch und kümmert sich anschließend um die Reservierung des Impfstoffs, die Terminvereinbarung und die Organisation am Tag der Impfung.

Eine Wahlmöglichkeit in Bezug auf einen bestimmten Impfstoff besteht nicht. Ohne eine persönliche Impfeinladung ist auch die Impfung zu Hause nicht möglich.

Grenzgänger

Wenn Sie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft leben, haben Sie Anrecht auf eine Corona-Schutzimpfung in einem der beiden Impfzentren Eupen oder St. Vith. Dies ist unabhängig davon:

  • welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen
  • wo Sie krankenversichert sind
  • wo Sie arbeiten

Sie müssen allerdings in einer der neun deutschsprachigen Gemeinden gemeldet sein. Sie werden dann an Ihrer Meldeadresse die Einladung zur Corona-Schutzimpfung erhalten. Die Einladung erfolgt gemäß der für alle Bürger geltenden Reihenfolge nach den landesweit festgelegten Prioritäten.