COVID-19-Impfung für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren

Warum, wann, wer, wie und wo? Seit Dezember werden alle Kinder zwischen 5 und 11 Jahren über die Möglichkeit einer COVID-19-Impfung informiert. Sie haben noch Fragen dazu? Hier finden Sie wichtige Informationen zum Impfangebot sowie die Einwilligungserklärung für Erziehungsberechtigte und Pflegeeltern. Unter „Mehr zum Thema“ finden Sie außerdem Informationen in französischer Sprache.

Mein Kind hat eine Begleiterkrankung/chronische Krankheit (Komorbiditäten), sollte ich es impfen lassen?

Der Hohe Gesundheitsrat (HGR), der belgische beratende Ausschuss für Bioethik und die Taskforce Impfungen empfehlen, dass Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren, die Komorbiditäten haben (Priorität 1-2-3, CHS9618, CHS9641) oder in engem Kontakt mit gefährdeten Personen stehen, sich impfen lassen sollen.

Hierbei handelt es sich um Kinder mit bestimmten Erkrankungen, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass es bei einer Infektion mit COVID-19 zu schwerwiegenden Krankheitskomplikationen, Krankenhausaufenthalten oder sogar zum Tod kommt. Kindern mit seltenen Krankheiten schenkt man innerhalb dieser Gruppe besondere Aufmerksamkeit, wenn die betreffende Krankheit die Gesundheit des Herzens, der Gefäße, der Atemorgane oder der neurologischen Strukturen beeinflusst.

Liste der Erkrankungen:

  • Chronisches Nierenleiden während mindestens 3 Monaten
  • Chronisches Leberleiden während mindestens 6 Monaten
  • Hämatologische Krebserkrankungen (z. B. Leukämie)
  • Down-Syndrom
  • Transplantationspatienten (einschließlich Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation)
  • Immunstörungen, d. h. Patienten mit Immundefizienz oder unter Immunsuppressiva 
  • Bestehende HIV-Infektion/AIDS
  • Bestimmte seltene Krankheiten (siehe Orphanet-Liste in den weiterführenden Links)

Allgemeinmediziner und Kinderärzte können Kinder mit Komorbiditäten in ihrer Praxis identifizieren und sie zur Impfung ermutigen.

Mit welchen Impfstoffen können Kinder geimpft werden?

Für die Impfung von Kindern wird ein sogenannter pädiatrischer Impfstoff von Pfizer/BioNTech verwendet. Dieser Impfstoff wurde speziell für Kinder entwickelt und am 26. November 2021 von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassen.

Kinder erhalten ein Drittel der „Erwachsenen“-Dosis. Die zweite Impfung erfolgt mit einem Abstand von 21 Tagen.

Der Impfstoff ist sicher. Wie bei jeder Impfung können auch nach der Corona-Schutzimpfung mit dem Kinderimpfstoff Impfreaktionen oder unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Diese sogenannten Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die häufigsten Impfreaktionen sind:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Weniger häufig sind:

  • Rötung oder Schwellung Einstichstelle
  • Fieber
  • Durchfall
  • Schüttelfrost
  • Muskel- und Gelenkschmerzen  

In der praktischen Anwendung bei Kindern weltweit wurden keine schweren Nebenwirkungen festgestellt. Eine anfangs viel beachtete schwerere Nebenwirkung ist die Myokarditis (Herzmuskelentzündung). Dieses Krankheitsbild kam bei der weltweiten Anwendung dieses Impfstoffes bei über 20 Millionen Kindern nur 22-mal vor und nahm einen milden Verlauf. 

Wo findet die Impfung statt?

Die Impfstoffe werden den pädiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern und Referenzzentren für Kinder mit seltenen Krankheiten zur Verfügung gestellt. Ein großer Teil dieser Zielgruppe kann jedoch, ebenso wie Kinder ohne Komorbidität, in ein Impfzentrum eingeladen werden. 

Ausgenommen sind bettlägerige Jugendliche und/oder Jugendliche mit einer strengen medizinischen Indikation (z. B. einer schweren körperlichen Behinderung), die ihren Wohnort unter normalen Umständen nicht verlassen können. Sie können sich zu Hause durch das mobile Team des Impfzentrums oder durch ihren Hausarzt impfen lassen.

Jeder Teilstaat versucht, diese Impfung kindgerecht zu organisieren. Angestrebt wird eine maximale Trennung zwischen der Impfung von Erwachsenen im Rahmen der Auffrischungskampagne und der Erstimpfung von Kindern. Dies kann durch eine infrastrukturelle Trennung (separate Impflinie, separater Raum) oder durch eine zeitliche Trennung zu bestimmten Zeiten geschehen. Im Rahmen der elterlichen Zustimmung werden die Eltern/Erziehungsberechtigten das Kind zur Impfung begleiten, was ebenfalls eine besondere Organisation erfordert, z. B. in Bezug auf spezifische Fragen und das Wartezimmer.

Sollte kein Elternteil/Erziehungsberechtigter sich zum Impfzentrum begeben können, so kann das Kind in Begleitung einer anderen Person (z. B. Großmutter oder Großvater) zum Impfzentrum kommen. In diesem Fall muss die Begleitperson eine unterschriebene Einwilligungserklärung eines Elternteils/Erziehungsberechtigten vorlegen. Die zu unterschreibende Einwilligungserklärung finden Sie im Downloadbereich.

Wo kann ich die Einwilligungserklärung herunterladen?

Sollte kein Elternteil/Erziehungsberechtigter sich zum Impfzentrum begeben können, so kann das Kind in Begleitung einer anderen Person (z. B. Großmutter oder Großvater) zum Impfzentrum kommen. In diesem Fall muss die Begleitperson eine unterschriebene Einwilligungserklärung vorlegen. Die zu unterschreibende Einwilligungserklärung finden Sie im Downloadbereich.

Wann finden die Impfungen statt?

Seit Ende Dezember werden die ersten Einladungen zur Impfung von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit und ohne Komorbiditäten verschickt.

Für Kinder stehen jeweils mittwochs und samstags Termine zur Verfügung. Wie die Erwachsenen erhalten auch die Kinder zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. In den ostbelgischen Impfzentren wurden Impfstraßen speziell für Kinder eingerichtet: Die Figuren von Paw Patrol und Eiskönigin drücken den Kindern die Daumen.

Ich lese immer wieder, dass die Corona-Verläufe bei Kindern eher milde sind. Ist es überhaupt notwendig, dass ich mein(e) Kind(er) impfen lasse?

Der Hohe Gesundheitsrat, der belgische beratende Ausschuss für Bioethik und die Task Force Impfungen empfehlen, dass die Impfung gegen COVID-19 nicht nur Kindern mit Begleiterkrankungen, sondern allen Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren angeboten werden sollte.

Die Entscheidung zur Impfung erfolgt auf individueller und freiwilliger Basis durch das Kind und Sie als Eltern oder gesetzlichen Vormund. Wichtig ist, dass Sie nicht nur die Situation Ihres Kindes, sondern auch die Situation der Menschen betrachten, mit denen Ihr Kind zusammenlebt oder die Ihr Kind betreuen. Wenn Ihr Kind durch die Großeltern oder einen Menschen mit chronischen Erkrankungen betreut wird, kann es von Vorteil sein, dass Ihr Kind sich impfen lässt. Ein Austausch mit dem Haus- oder Kinderarzt Ihres Vertrauens kann bei der Entscheidungsfindung eine große Hilfe sein.

  • Hat Ihr Kind eine chronische Krankheit? Wenn ja, kann eine Erkrankung an COVID-19 einen schwereren Verlauf nehmen. Eine Impfung ist deshalb besonders wichtig.
  • Gesunde Kinder haben ein sehr geringes Risiko ernsthaft an COVID-19 zu erkranken. Dennoch wurden ungeimpfte Kinder weltweit doppelt so häufig wegen einer Infektion mit COVID-19 im Krankenhaus behandelt als geimpfte Kinder.
  • Auch Kinder können nach einer Infektion mit COVID-19 unter Langzeitfolgen leiden.
  • Außerdem gibt es noch 3 gute Gründe für die Impfung von Kindern:
    • Kontakte: Geimpfte Kinder haben ein deutlich geringeres Risiko, betagte oder kranke Kontaktpersonen anzustecken. Da Kinder häufig asymptomatisch bleiben oder nur ganz schwache Krankheitssymptome zeigen, werden ihre Kontakte bei einer Infektion oft nicht eingeschränkt.
    • Schulen: Wenn Kinder geimpft werden, verringert das den Druck auf die Schulen.
    • Viruszirkulation: Je mehr Menschen in der Gesellschaft geimpft sind, desto weniger zirkuliert das Virus. Durch das Impfen der Kinder kann die Übertragung in der ganzen Bevölkerung verringert werden.

Wie hoch ist die Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante?

Die Infektionen mit der Omikron-Variante des COVID-19-Virus nehmen seit Ende Dezember stetig zu. Sciensano veröffentlichte in ihrem Bericht vom 17. Januar 2022, dass über 88 % der Neuinfektionen auf die Omikron-Variante zurückzuführen sind.

Die Frage nach der Wirksamkeit des Impfstoffes gegen die Omikron-Variante ist somit legitim.

Bisherige Daten von Impfungen bei Erwachsenen zeigen, dass das Risiko eines schweren Verlaufs aufgrund der Omikron-Variante nach der Grundimmunisierung mit zwei Impfungen während circa 5 bis 6 Monaten um 67 Prozentpunkte im Vergleich zu eine ungeimpften Person sinkt. Durch eine Booster-Impfung zeigen erste Studien eine Reduzierung um 68 Prozent im Vergleich zu einer ungeimpften Person.

Genaue Daten liegen derzeit für Kinder noch nicht vor.

Alle bisherigen Untersuchungen und Beobachtungen zeigen jedoch, dass die Menschen, die geimpft sind, weniger infiziert und weniger ansteckend werden. Egal welche Sars-Cov2-Variante die COVID-19-Erkrankung verursacht. Dies ist auch bei Kindern der Fall. Eine Impfung gegen COVID-19 macht deshalb auf jeden Fall Sinn.

Mit der Impfung von Erwachsenen und Kindern zu warten, bis angepasste Impfstoffe gegen die Omikron-Variante entwickelt sind, würde bedeuten, dass man bis zum 3. bis 4. Quartal 2022 warten müsste, um mit der Impfung zu beginnen. Inzwischen würden wir der Omikron-Variante in allen Altersgruppen freien Lauf lassen.

Leider können wir jetzt schon beobachten, wie schnell die Omikron-Variante in den Schulen zirkuliert und es zu Klassenschließungen kommt.

Die Impfung im Kindesalter ist daher eine gute Möglichkeit, einen starken Damm gegen Omikron und seine Ausbreitung zu errichten, indem auf kontrollierte Weise eine starke Grundimmunität erzeugt wird.

Erhält mein Kind ein CST oder ein EU-COVID-Zertifikat?

Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren erhalten ein EU-COVID-Zertifikat, aber kein Covid-Safe-Ticket (CST).

Was bedeutet das? Der Zugang von Kindern zum öffentlichen Leben in Belgien wird nicht aufgrund ihres Impfstatus eingeschränkt, deshalb wird kein CST ausgestellt. Ein EU-COVID-Zertifikat wird derweil wohl ausgestellt, da dieses ggf. für Reisen oder Aktivitäten im Ausland benötigt wird. Das europäische Zertifikat inkl. QR-Code wird auch Kindern nach der Impfung automatisch zugeschickt. Eltern können das Zertifikat ihrer Kinder auch in die Covid-Safe-App herunterladen, sodass es auch auf dem Handy für Reisen verwendet werden kann. Sie müssen nichts beantragen. Mit dem europäischen Zertifikat kann der Impfstatus überall nachgewiesen werden.

Sie haben Fragen?

Es wird empfohlen, sich bei Fragen zur Impfung an den Hausarzt oder Kinderarzt zu wenden. Die Corona-Hotline 0800 23 0 32 ist wochentags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr erreichbar.